Dolce & Gabbana Store von Curiosity

Published • AIT 1.17
Design • Curiosity, JP-Tokio
Location • Minami-Aoyama, Minato-ku, JP-Tokio
Photos • Satoshi Shigeta, JP-Tokio
Text • Regina Schubert

Statt wie bisher weltweit einem einheitlichen Retail-Format zu folgen, möchte das Mailänder Modeunternehmen Dolce & Gabbana künftig auf die lokalen Gegebenheiten der Verkaufsländer eingehen. „Über viele Jahre haben wir unser Distributionsnetz analysiert. Wir halten nun den Moment für gekommen, den klassischen Concept-Store-Ansatz zu beenden“, äußerten Domenico Dolce und Stefano Gabbana. „Unsere neuen Stores werden ein Ort des Dialogs zwischen unserer Ästhetik und den lokalen Kulturen sein.“ Vorbildlich für diesen Ansatz ist der neue Dolce & Gabbana Store in Tokio. Verantwortlicher Architekt war hier der seit über 20 Jahren in Japan lebende Franzose Nicolas Gwenael. Er scheint – wie die Namensgebung seines Büros Curiosity verrät – ein Faible für Ungewöhnliches zu haben. So ist der neue zweigeschossige Dolce & Gabbana Store keine simple Verkaufs fläche geworden, sondern eine mystisch-theatralische Lichtinstallation. Mit über 400 dynamischen, einer Choreografie folgenden Scheinwerfern werden Kleidungsstücke und Accessoires ins rechte Licht gerückt, um dann im Dunkeln zu verschwinden. Wände und Boden hat Nicolas in ein mattes Schwarz getaucht und lediglich die Oberfläche der Podeste mit einer dünnen Platte aus hellem Arabescato Carrara-Marmor bedeckt. Hinter dieser verspielten Lichtpräsentation steht laut Auskunft des Architekten die Absicht, Kunden anzuregen, Produkte neu und anders wahrzunehmen.