„Louis Pretty“ Deli von Philipp Mainzer

Published • AIT 6.2016
Design • Philipp Mainzer, Frankfurt
Location • Ritterstraße 2A, Berlin
Photos • Steve Herud, Berlin

Amberg Louis, Spitzname Pretty, stand Pate bei der Namensgebung des neuen jü­disch-amerikanischen Delis in Berlin. Pretty war kein Gourmet oder Fein­schmecker, sondern Mitglied der jüdischen Mafia Kosher Nostra im New York der 1920er- Jahre und bekannt dafür, seinen Feinden mit einer Gabel ins Gesicht zu stechen.

Louis Pretty von Philipp Mainzer Essbereich mit bazooka Pink und Orange

Nicht die kriminelle Energie der Ganoven, sondern der Zusammenhalt der Familie, das Streben nach gleichen Zielen und der Stil haben das gastronomische Trio – Oskar Melzer und die Brüder James und David Ardinast – inspiriert, ihre Lokale nach dem jüdischen Gangster der Kosher Nostra zu benennen. Nach zahlreichen Restaurants in Frankfurt bringt das jüngste Projekt die Kultur der koscheren Küche nun in die deutsche Haupt­stadt und bietet raffinierte Pastrami-Sandwiches und traditionelle Matzo Ball-Suppe an.

Louis Pretty Deli von Philipp Mainzer Showküche

Für das Interieur war der Architekt und Produkdesigner Philipp Mainzer zuständig. In Anlehnung an den Palm Springs-Modernismus sowie David Hockneys Gemälde „A Bigger Splash“ besticht der Raum mit seinem explosiven Farbkonzept: Wände in gebranntem Orange tref­fen hier auf in Bazooka Pink gepolsterte Bänke und azurblaue Tische. Das Herz­stück des amerikanischen Diners, die Showküche, wird mit poliertem Stahltresen und den mit Teak­beize behandelten Sitzstühlen clever inszeniert. Einfach, aber pretty, der Louis Pretty.